Claudius Blume/ Juli 7, 2008/ 2008

Am Schützenfestmontag konnte das Schützenbataillon den Rathausplatz nur über Umwege erreichen, da die als Krötenwacht auftretende Bergwacht die eigentliche Zufahrt wegen einer angefahrenen Kröte gesperrt hatte. Um solche Unfälle zukünftig zu vermeiden, präsentierte die Krötenwacht einen Prototyp eines neuen Krötentunnels inklusive Fluchttunnel. Bürgermeisterin Ursula Herbort und der erste Beigeordnete Hans-Jörg Gast erwiesen sich als brauchbare Tunneltester und konnten die Schützen und sonstigen Zuschauer im Interview mit Krötenwachtsprecher Wolfgang Blume von der Konstruktion überzeugen. Als Belohnung durfte unsere Bürgermeisterin einen Froschkönig küssen. Nach der Verwandlung zeigte sich allerdings nicht der versprochene verwunschene Prinz sondern ein Hase. Dieser war von den Schützen so begeistert, dass er vor Freude etwas zu stark hoppelte und sich einen Muskelfaserriss zuzog. Die verunfallte Kröte konnte übrigens mit einer Maracuja-Korn-Infusion wiederbelebt werden und wurde gut drei Stunden später Schützenkönig.

Und das schrieb die Neue Westfälische am 8. Juli 2008:

Schützen wecken die Stadt

Die Bürgermeisterin im Krötentunnel

Die Schützen in der Bergstadt gehören zu den Härtesten. Montagmorgen, 6.15 Uhr. Lippe erwacht langsam, Pendler machen sich auf den Weg zur Arbeit. Doch wer gestern die Hauptstraße hochfahren wollte, hatte Pech: Der Tradition gemäß trafen sich die Schützen vor der Melmschen Apotheke. Manche mit etwas kleinen Augen, aber angetreten waren sie alle. Natürlich hatten sich die Throndamen wieder einiges überlegt, kamen als Rotkäppchen und boten ostdeutsche Produkte an, denn Königin Anja II. stammt aus Deutschlands Osten. Eine andere Gruppe war in Klamotten der wilden 70er gewandet und forderte „Love and Peace.“ Natürlich war auch der gelbe „DeuxChevaux“der Thekentaucher am Start, schließlich besteht die Truppe seit zehn Jahren. „Als die mit diesem Jux anfingen, hätte ich nie gedacht, dass sich das so lange hält“, bekannte Oberst Reiner Köster. Um 7 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Ziel war der Rathausplatz, wo die Schützen von Bürgermeisterin Dr. Ursula Herbort und der Bergwacht erwartet wurden. Dass die Bergwacht die Entwicklung der Stadt immer im Auge hat,wurde klar, als die Mitglieder, als Kröten verkleidet, ihren Tunnel suchten. „Da baut man solch ein Ding für viel Geld, und die Kröten nutzen es nicht. Können vermutlich nicht lesen“, sagte Bergwachtsprecher Wolfgang Blume. Um es den Kröten vorzumachen, mussten die Bürgermeisterin und der erste Beigeordnete Hans-Jörg Gast durch einen Tunnel kriechen. Beim eindeutig zweideutigen Resümee hatten die beiden die Lacher auf ihrer Seite . . .