Claudius Blume/ Oktober 7, 2008/ 2008

Im Oktober 2008 war es endlich soweit und die Bergwacht fuhr nach diversen Inlandsreisen zum ersten Mal gemeinsam ins Ausland. Die Hauptstadt Tschechiens war das Ziel und wurde trotz teilweiser interessanter Straßenführung souverän mit dem Reisebus erreicht. Selbst busfeindliche Oberleitungen für die Straßenbahn in drei Metern Höhe wurden von unserem Fahrer Bernd Kuhlmann gekonnt umfahren. Die Stadt wurde ausgiebig mit einem Reiseführer und anschließend in Kleingruppen erkundet. Durch die Besichtigung der Altstadt, der Neustadt und der Kleinseite kam es zu reichlich „qualmenden Socken“. Ganz Mutige erklommen den oft Prager Eiffelturm genannten und merklich schwankenden Aussichtsturm auf dem Petrin-Berg. Weiterhin hatten die Reiseteilnehmer ausgiebig Gelegenheit ihren Horizont um die tschechischen Ess- und Trinkgewohnheiten zu erweitern. Mittelschwere Völlegefühle und leichte Verbrennungen durch brennenden Absinth waren bei einigen die Folgen. Trotz dieser anstrengenden Kulturwanderungen wurde das Hotel „Stary Pivovar“ von allen Mitreisenden allabendlich zielsicher wieder mit der Straßenbahn erreicht, was sicher auch an dem markanten Namen der Haltestelle „Krematorium“ zu tun gehabt hat. Ein Dankeschön geht an Peter und Wolfgang für die Organisation! Bilder gibt es in der Fotogalerie.

 

Neue Westfälische vom 7. Oktober 2008:

Krönung in der „goldenen Stadt“

40 Bergwächter und ihre Gäste erleben beim Erkunden Prags allerhand Kurioses

Sie sind perfekt ausgebildet und allzeit bereit, in akuten Fällen von Berg-, Seenot und Schützenfest einzugreifen: die Männer der Oerlinghauser Tönsbergwacht. Einmal im Monat trainiert die Juxtruppe der Schützengesellschaft für den Ernstfall – insbesondere für ihren Auftritt am Schützenfestmontag – und bildet sich auch im Ausland fort. Diesmal war das Ziel der Bergwächter die Hauptstadt Tschechiens.
Da die Höhenretter auf ihren Fahrten jedes Mal Gäste mitnehmen, hatten sich insgesamt 40 Personen zur viertägigen Fahrt nach Prag aufgemacht. Die gemeinsame Busfahrt, das Hotel und eine Stadtführung hatte Bergwachttours-Reiseleiter Wolfgang Blume organisiert. In der verbleibenden Zeit erkundeten die Ostwestfalen in Kleingruppen die Kultur und Architektur der „goldenen Stadt“ – wie die Prager Burg auf dem Berg Hradschin, die Karlsbrücke, den Altstädter Ring und den Wenzelsplatz –, ließen sich in den vielen Lokalen von der herzhaften böhmischen Küche verwöhnen und testeten die tschechische Bier-Kultur. Natürlich erlebten die Oerlinghauser wieder einiges Kurioses. Der tschechische Stadtführer zum Beispiel zeigte nicht nur kulturell Sehenswertes, sondern versuchte aus den Bergstädtern gleichzeitig halbe Finanz-Experten zu machen, indem er an fast jeder der unzähligen Wechsel-Stuben in Prag stehen blieb, die irreführend angebotenen Kurse vorrechnete und vor der „Idiotensteuer“ warnte. In einem Lokal staunten die Oerlinghauser nicht schlecht, als sich ihr Kellner trotz des großen Andrangs in der Gaststätte alle bestellten Gerichte im Kopf merkte und jedem das richtige brachte. Eigentlich hatten die Höhenretter Oerlinghausens Schützenkönig und Bergwächter Jochen Schneider mit einer Krone auf dem Kopf über die zum Prager Krönungsweg gehörende Karlsbrücke tragen wollen. Da diese aber von so vielen Menschen überfüllt war, wurde Schneider kurzerhand beim Abendessen gekrönt. Der war sich mit seinen Bergwächtern schnell darüber einig, dass die Prag-Fahrt den Ausbildungsstand erhöht hat und eine perfekte Vorbereitung auf den Schützenfest-Montag war.