Claudius Blume/ August 3, 2018/ 2018

Abschied: Schützen-Juxtruppe hat sich für Holger Kesselring Besonderes ausgedacht

Auf dem Tönsberg: Die beiden Bergwächter Robin Grote (vorne l.) und Frank Dawitz haben Holger Kesselring zur Kumsttonne gelotst. Auch 23 Kameraden sind dabei.

Mit allem hatte Holger Kesselring gerechnet, damit nicht. In seinem Augustdorfer Büro standen urplötzlich Robin Grote und Frank Dawitz in „Bergwacht“-Kluft vor dem verdutzten Kompanieführer, um ihn ohne viel Federlesen „abzuführen“. Ins Auto verfrachtet, ging es schnurstracks und ohne erhellende Erklärungen in die Nachbarstadt. Und dort ganz nach oben: auf den Oerlinghauser Tönsberg.
Seit Juli 2015 ist Holger Kesselring Chef der Ausbildungsunterstützungskompanie 212. Jetzt führt ihn sein beruflicher Weg nach Hamburg. Dort wird er einen Generalstabslehrgang absolvieren. Einfach so gehen lassen, das kam allerdings überhaupt nicht infrage. Seit vielen Jahren pflegt die Stadt und pflegen die Oerlinghauser Schützen die Patenschaft mit der Augustdorfer Kompanie 212. „Holger Kesselring ist Rekordhalter“, berichtet Sören Grote. „Er ist der einzige, der es geschafft hat, viermal bei Schützenfesten dabei zu sein, und der einzige in der Funktion des Majors.“
In Abstimmung mit dem Unteroffizierscorps hatte sich die Schützen-Juxtruppe „Bergwacht“ darauf verständigt, einen gebührenden Abschied für Holger Kesselring zu gestalten. Der beinhaltete eine ganze Reihe von Überraschungen, vor allem aber sollte der 34-Jährige intensiv mit den touristischen Wahrzeichen Oerlinghausens vertraut gemacht werden. Von der Kumsttonne ging es zum Archäologischen Freilichtmuseum. Speerwerfen und Bogenschießen standen dort auf dem Programm. Zum Abschiedsgeschenk der Kompanie gehörte auch ein Start mit Segelflugzeug auf dem Segelflugplatz. Dort findet ohnehin die Offiziersausbildung der Luftwaffe statt.
„Ich wusste nur, dass ich mir ab 13 Uhr nichts vornehmen sollte“, berichtete Holger Kesselring, der von 23 Kameraden begleitet wurde. Natürlich habe er im Vorfeld versucht, etwas herauszubekommen. Keine Chance. „Alle haben eisern geschwiegen, ich hatte keine Ahnung.“ Eher an militärische Themen habe er gedacht. Umso größer war die Überraschung. Zu der gehörte nach den vielen Eindrücken in der Bergstadt auch ein Quiz zu den touristischen Höhepunkten. „Jede falsche Antwort muss abends in Flüssiges umgesetzt werden“, kündigte Robin Grote an. Kameraden und Bergwachtlern war es recht.

Quelle: Neue Westfälische